Aktuelle Verkehrssysteme zeichnen sich trotz zunehmender Digitalisierung und Vernetzung weitestgehend durch lückenhafte Information über alle Verkehrsteilnehmer aus. Vor allem Fußgänger und Fahrradfahrer können deshalb oftmals in Verkehrssteuerung und Verkehrssicherheitsfunktionen nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Das Projekt „Künstliche Intelligenz im Verkehrssystem Ingolstadts“ (KIVI) nimmt sich dieser Thematik an und versucht durch eine Hebung des bislang meist nicht zugänglichen Datenschatzes über alle Verkehrsteilnehmer hinweg eine Effizienzsteigerung in den Bereichen Verkehrssteuerung und Verkehrssicherheit zu erzielen.
Hierzu erfolgt der Aufbau eines High Definition Testfeldes über mehrere Knotenpunkte hinweg, ausgestattet mit lokaler Sensorik zur Erkennung aller Verkehrsteilnehmer. Diese stationäre Sicht wird ergänzt (und KI-basiert fusioniert) mit zusätzlicher mobiler Sensorik (PKWs, Busse, Fahrräder und mit 5G-Smartphones ausgestattete Fußgänger) um ein möglichst vollumfängliches aktuelles digitales Abbild der lokalen und netzweiten Verkehrslage zu generieren
Durch Datenfusion sowie dem Einsatz von KI-Verfahren wird geprüft, wie Lichtsignalanlagen durch umfassendere, aktuelle Informationen über alle Verkehrsteilnehmer optimiert werden können und wie sich die Verkehrssicherheit erhöhen lässt.

Aktueller Stand
Das High-Definition-Testfeld existiert weiterhin als Reallabor und wird derzeit unter anderem im Projekt SiRaMiS eingesetzt.
Die übergeordnete Vision bleibt bestehen. Die Verkehrssicherheit und der Verkehrsfluss für vernetzte und nicht-vernetzte Verkehrsteilnehmende sollen insbesondere im urbanen Raum und an neuralgischen Punkten verbessert werden. Der Fokus des Testfelds liegt dabei auf dem urbanen Verkehr und dem Zusammenspiel motorisierter Fahrzeuge mit verletzlichen Verkehrsteilnehmern (Fußgänger, Radfahrer, E-Scooter- und E-Bike-Fahrer usw.).